Chronext: „Wir bilden seit jeher die Brücke zwischen Online und Offline.“

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Der Secondhandmarkt mit Luxusuhren ist derzeit wohl einer der spannendsten überhaupt. Es werden riesige Umsätze generiert und ein Ende des Hypes scheint noch nicht in Sicht. Dran ändert auch Corona nichts.

Und weil das Geschäft so spannend ist, versuchen auch viele, ein möglichst großes Stück von der Sahnetorte zu bekommen. Ein Unternehmen, dass sich bereits eines gesichert hat, ist Chronext mit Niederlassungen in London, Köln und Zug in der Schweiz.
2013 gründeten Philipp Man und Ludwig Wurlitzer das Startup und spezialisierten sich von Anfang an auf den An- und Verkauf von beziehungsweise das Konsignationsgeschäft mit Luxusuhren.

Damit unterscheiden sie sich von Plattformen wie beispielsweise Chrono24, die lediglich als Plattform für den Handel mit in erster Linie gebrauchten Uhren fungieren.

Denn egal, ob die Uhren direkt vom Hersteller, von einer Privatperson oder einem Einzelhändler kommen, sie landen erst einmal bei Chronext, werden dort auf Herz und Nieren geprüft, bei Bedarf gewartet oder repariert, bevor sie mit einer zweijährigen Chronext-Garantie beim neuen Besitzer landen.

Als Chronext vor sieben Jahren gegründet wurde, gab es zwar schon viele Liebhaber von Uhren vergangener Zeiten, die professionelle Uhrenwelt hatte dies aber als Geschäftsmöglichkeit noch nicht wirklich realisiert. Dann brach vor einigen Jahren die Goldgräberstimmung aus und neben dem Aufkommen verschiedener Online-Marktplätze entdeckten auch Hersteller und Uhrenhandel das Potenzial.

Chronext konnte dies aber offenbar nichts anhaben, im Gegenteil, das Unternehmen aus Köln konnte sein Kuchenstück sogar vergrößern.

„Die letzten zwölf Monate waren nicht nur in der Uhrenindustrie ereignisreich, auch bei Chronext ist viel passiert: Wir konnten 2019 ein enormes Umsatzwachstum von fast 90 Prozent verzeichnen, haben eine weitere Finanzierungsrunde von über 60 Millionen US-Dollar abgeschlossen und neue Investoren an Bord geholt. Seitdem steht unsere Arbeit ganz im Zeichen der Profitabilität“, berichtet CEO Philipp Gregor Man im Gespräch mit WatchPro Ende April.

Und diese Profitabilität nutzt das Unternehmen, um sich für eine weiter hin erfolgreiche Zukunft aufzustellen.

„Wir sind in einigen Bereichen noch versierter aufgestellt und haben Expertisen in-house geholt.“

Außerdem wurden neue Partnerschaften mit Herstellern eingegangen und das B2B-Geschäft stärker ausgebaut. Das Wachstum macht sich auch räumlich bemerkbar, gerade erst wurde die Größe der Uhrmacherwerkstatt verdoppelt.

„Chronext ist vor wenigen Wochen sieben Jahre alt geworden und auf dem Weg, die größte vollkommen transaktionale Plattform für neue und gebrauchte Luxusuhren zu werden“, gibt sich Man selbstbewusst und optimistisch.

Grund für diese Zuversicht ist, dass Chronext eben mehr als ein reiner Marktplatz für andere ist und zudem viel Wert auf Service und den persönlichen Kontakt legt.

„Wir bilden seit jeher die Brücke zwischen online und offline. Chronext war noch nie ein reiner Marktplatz, zu unserem Konzept gehört ein starker Servicegedanke. Das bedeutet, dass jede Uhr durch unsere Hände geht und tatsächlich auf Echtheit geprüft wird – das ist bei anderen Marktplätzen explizit nicht der Fall. Um es anders auszudrücken: Unser Service ist Teil unseres Geschäftsmodells, das den Kunden ins Zentrum rückt – ob in Form von Pick-up Lounges, unserer hauseigenen Meisterwerkstatt, von persönlichen Ansprechpartnern oder der 24-monatigen Chronext-Garantie. Unsere Pick-up Lounges schaffen Vertrauen beim Kunden, da die online bestellte Uhr vor Ort anprobiert und bezahlt werden kann, wenn man das möchte. Es ist uns enorm wichtig, in jeder Hinsicht auch persönlich für unsere Kunden da zu sein. Ob vor, während oder nach dem Kauf.“

Und offenbar ist die Akzeptanz gut. Regelmäßig werden neue nationale und internationale Standorte eröffnet. Aktuell gibt es Pick-up Lounges in Berlin, Köln, Frankfurt a. M., Hamburg, Hongkong, London, München, Zug, List auf Sylt, Maastricht und in Wien. Und Philipp Man will noch mehr. Natürlich sind oder waren die Abhol-Stationen aktuell aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen.

Aber so wie viele stationäre Händler ist Chronext auf Lieferung umgestiegen. „In der aktuellen Covid-19 Krise bringen wir diesen Service auf ein neues Level: Kunden müssen nicht mehr selbst zu einer Lounge kommen, stattdessen bringt ein Chronext-Mitarbeiter die Uhr persönlich an die Haustür, ermöglicht die Zahlung vor Ort, beantwortet letzte Fragen oder nimmt ein gebrauchtes Modell in Zahlung. Natürlich mit den notwendigen Schutzmaßnahmen. Dieser Concierge Service wird enorm gut angenommen.“

Auch online geht der Service über das Auflisten der angebotenen Uhren hinaus. Das reicht im stationären Geschäft in Form der reinen Schaufenster- und Vitrinenpräsentation schon lange nicht mehr aus, und auch online erwartet der Konsument Beratung und individuelle Unterstützung bei der Jagd nach der ganz persönlichen Traumuhr. Bei chronext.de übernehmen dies die WatchHunter. Und das sind keine automatiserten Bots.

„Unsere WatchHunter finden die Uhr, die unsere Kunden suchen. Statt selbst recherchieren zu müssen und unter Umständen an unseriöse Händler zu kommen, übernehmen wir diese Arbeit – kostenlos und natürlich mit Echtheitsprüfung durch unsere Uhrmachermeister. Soll es zum Beispiel ein bestimmtes Modell aus dem Geburtsjahrgang sein, machen sich unsere Experten in unserem Netzwerk auf die Suche. Sobald wir die Uhr finden, machen wir ein unverbindliches Angebot, wenn nicht, einen Alternativ-Vorschlag. Auch dieser Service wird oft und gerne von unseren Kunden in Anspruch genommen. Vor allem für Hochzeiten und andere besondere Anlässe.“

Die Corona-Pandemie, Shutdown und Lockdown – weltweit brachen die Umsätze in nahezu allen Branchen zusammen, auch Luxusmarken blicken auf katastrophale Wochen und Monate zurück.

Und Chronext? Wie hat sich die globale Krise auf das Geschäft des jungen Unternehmens ausgewirkt, das gerade mitten in einer Wachstumsphase ist? Zumindest nicht negativ, wie Man berichtet. Die Zahlen entwickeln sich gut und man bemerke die für Krisenzeiten typische

„Flucht in Sachwerte wie Gold, Kunst oder wie in unserem Fall: Uhren. Das beginnt auf dem Markt für neue Uhren und schwappt unvermeidlich in den Gebrauchtuhrenmarkt über. Bisher sind die Preise stabil. Ganz im Gegensatz zum Aktienmarkt verliert bisher keine preisliche Uhrenkategorie in unserem Sortiment relevant an Wert. Signifikant steigende Preise für bestimmte Modelle können wir noch nicht sehen. Bedingt durch die verschobenen Neuheiten 2020 ist der Markt noch zögerlich, was Preisbewegungen in beide Richtungen angeht.“

Für bestimmte Modelle sieht Philipp Man aber auch in der Nach-Corona-Zeit nur eine Tendenz. Die Rede ist von Sportuhren von Rolex & Co. Und da wird es seiner Meinung nach auch weiterhin nur nach oben gehen. „Sowohl was den Preis als auch was die Nachfrage betrifft.“

Allerdings geht er davon aus, dass Corona das Konsumverhalten insgesamt verändern wird. Und zwar vor allem bei denjenigen, die bislang mit dem E-Commerce noch auf Kriegsfuß standen. Denn durch Corona blieb vielfach keine andere Wahl, als online einzukaufen und ist so selbst für standhafte Stationär-Kunden „zur Normalität“ geworden. Und diese Veränderungen finden im Zeitraffer statt.

„Auch im Uhrenbereich wird dies zu langfristigen Veränderung führen, wo der Kunde letztendlich kauft. Ich glaube, dass die Transformation, die in zehn Jahren passiert wäre jetzt in unter 24 Monaten ablaufen kann. Tendenziell sollte das wiederum die Preise weiter treiben – bei Modellen, die nicht populär sind nach unten, und bei bereits seltenen Modellen weiter nach oben.“

Source: WatchPro

Wendy Horlings
Office Manager

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